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Mattensplitter 06/2014

Artikel vom 17.02.2014, Autor: Fritz Reichle, Views: 14116, Kommentare: 0

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DM-Finale: Gewinner ist der ASV und der Ringsport überhaupt

Wohl keiner der über 6 000 Zuschauer beim DM-Finale in der Schwenninger Helios-Arena wird diesen Samstagabend so schnell vergessen. Da hat eigentlich alles gestimmt: Kulisse, Stimmung, Spannung, sportliche Leistung und für den ASV Nendingen am Schluss eben auch noch das nötige Quäntchen Glück. Und bei aller Freude über den Meistertitel des ASV bleibt festzuhalten, dass außer dem ASV an diesem Abend auch der Ringsport an sich ein großer Gewinner war.

Man erinnert sich ja noch an die Diskussionen um den Verbleib des Ringens als olympische Sportart. In diesem Finalkampf wurde nun alles demonstriert, was diesen Sport auszeichnen kann und welche Emotionen er auslösen kann. Mit Sicherheit war in der Helios-Arena eine große Anzahl von Zuschauern, die zum ersten Mal überhaupt bei einem Ringkampf dabei waren. Und die meisten von ihnen werden wohl bei Gelegenheit wieder mal beim Ringen vorbeischauen. Stellvertretend sei ein 16-jähriger Handballspieler genannt, der auch schon öfters gerne beim Eishockey in der Arena war. „Dieser Kampf am Samstag hat alles übertroffen, was ich da bisher erlebt habe.“

Und der Erfolg dieses grandiosen Ringsportereignisses war vor allem für die rund 130 ehrenamtlichen Helfer, die sich seit Wochen mit enormem Engagement für ihren ASV eingesetzt haben, eine wahre Genugtuung und ideelle Entschädigung. Man möchte sich gar nicht vorstellen, welche Enttäuschung und welche Frustration eine hauchdünne und unglückliche Niederlage ausgelöst haben könnte.

Umso mehr Verständnis muss man für die Enttäuschung der Ringer und Fans des SVG Weingarten haben. Die meisten von ihnen aber zeigten sich als faire Verlierer, die aber auch darauf stolz sein können, einen großen Beitrag zur Faszination dieses Ringerfestes geleistet zu haben. Doch es bleibt ihnen die Gewissheit, selber schon zweimal den Titel gewonnen zu haben. Und das ist ein Ziel, das der ASV Nendingen sich schon jetzt für die nächste Saison setzen kann.

Ganz begeistert vom Flair dieses Ringerabends war auch der ehemalige ZDF-Sportmoderator Klaus Angermann, der als Gast von Hans-Peter Bihlmayer in der Helios-Arena dabei war. Nach seiner Meinung war das wohl die eindrucksvollste Ringerveranstaltung, die er in seiner langen Karriere als Sportjournalist erlebt hat. Und auch den Vergleich mit dem legendären Finale des KSV Aalen vor 30 Jahren in der Stuttgarter Schleyer-Halle müsse dieser Kampf in der Arena nicht scheuen. Mit Sportmasseur „Swinny“ Gfröhrer hatte Klaus Angermann auch schnell einen guten Bekannten aus früheren sportlichen Großveranstaltungen entdeckt.

Das ganze Umfeld dieses großen Erfolges des ASV ist auch ein tolles Beispiel für das Gemeinschaftsgefühl in einem Dorf. Nicht nur die Vereinsmitglieder des ASV engagierten sich leidenschaftlich sondern das ganze Dorf. Beispiele gefällig? Die Nendinger Musikkapelle leistete wie schon in den beiden Endrundenkämpfen zuvor ihren musikalischen Beitrag. Der Männergesangverein übernahm bei der Meisterfeier am Sonntag die Bewirtung. Der VfL stimmte ohne Zögern zu, dass trotz ihres großen Hallenturniers in den Donauhallen der ASV die Mehrzweckhalle benützen konnte. Und dort hatte auch die Nendinger Band „Los Talismanos“ ihren umjubelten Auftritt, bevor am frühen Abend auch noch der Narrenverein mit der Musikkapelle nach der Rückkehr vom Narrentreffen einen Abstecher zur ASV-Feier machte. Und selbst aus der Kernstadt kam lautstarke Unterstützung mit der „Duddler-Musigg“, die in der Helios-Arena für Stimmung sorgte.

 

Katgeorien

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