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ASV Nendingen - RWG Mömbris-Königshofen 17:20

Artikel vom 23.08.2011, Autor: Fritz Reichle, Views: 4327, Kommentare: 0

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Ehrenvolle Niederlage: Der ASV Nendingen unterliegt dem Vizemeister knapp mit 17:20

Die insgeheim erhoffte Sensation ist ausgeblieben. Der ASV Nendingen hat am Samstag dem deutschen Vizemeister RWG Mömbris-Königshofen zwar einen großen Kampf geliefert. Am Ende setzte sich aber doch der Favorit mit 20:17 Punkten durch.

Schon auf der Waage zeigte es sich, dass die Gäste keinerlei Risiko eingehen wollten. Zwar konnten auch sie nicht alle ihre Stars einsetzen, aber die Tatsache, dass sie gleich fünf ihrer ausländischen Neuzugänge aufboten, war klarer Beleg für ihren absoluten Siegeswillen. Auch der ASV konnte nicht seine Bestbesetzung aufbieten. Größtes und vielleicht entscheidendes Handicap war, dass der Schwergewichtler Mindaugas Mizgaitis wegen einer Armverletzung kurzfristig absagen musste. Für ihn sprang notgedrungen Trainer Volker Hirt in die Bresche. Trotz erheblichen Gewichtsnachteils schlug er sich bravourös und verlor nur relativ knapp mit 0:3 Punkten.

Auffallend war, dass im Vergleich zum überraschenden Sieg der Nendinger im Vorjahr nur noch jeweils drei Ringer beider Mannschaften auch diesmal wieder auf der Matte standen. Ein Indiz für den intensiven Transfermarkt aber auch für die vergrößerte Kaderstärke der Vereine in der Bundesliga. Beim ASV waren es allerdings nur drei Neue, die ihr Debüt in der Mühlauhalle vor immerhin 800 Zuschauern gaben. Dabei überzeugten vor allem Nicolai Ceban und Edgaras Venckaitis bei ihren Siegen, während sich Ivan Deliverski gegen einen früheren Weltmeister nach Punkten geschlagen geben musste.

Trainer Volker Hirt war dann auch nicht unzufrieden. „Ich hatte ein ähnliches Ergebnis erwartet und kann keinem einen Vorwurf machen. Jeder hat sein Bestes gegeben.“ Neben Nicolai Ceban konnte aber vor allem auch wieder Eduard Kratz besonders gefallen, der gegen einen starken Gegner zu einem sicheren Sieg kam.

Die Begegnung stand eigentlich bis zum achten Kampf auf des Messers Schneide. Als Marc Buschle gegen den letztjährigen deutschen Meister Peter Weisenberger die ersten beiden Runden gewonnen hatte, stand es 14:14 und die Sensation lag in der Luft. Dann aber ging dem ASV-Star, der in der Woche zuvor wegen einer hartnäckigen Erkältung nicht trainieren konnte, etwas die Luft aus. Und mit seiner, - wenn auch ehrenvollen-, Niederlage gewannen die Gäste dann doch noch die Oberhand.

Im ersten Kampf tat sich Ghenadie Tulbea (55 kg) etwas schwerer als erwartet gegen einen Gegner, der ihn aus vielen Begegnungen her genauestens kannte. Der routinierte Ivan Djorev agierte praktisch nur im Rückwärtsgang, ließ keine spektakulären Aktionen zu und kam seinerseits tatsächlich einmal mit einer Konteraktion zu einem Rundengewinn. Am sicheren Sieg des Klasseringers Ghenadie Tulbea gab es keinen Zweifel, aber er fiel mit 3:1 knapper aus als erhofft. Nach der einkalkulierten Niederlage von Volker Hirt gegen Vladislav Metodiev (120 kg) lieferte Baris Diksu (60 kg) gegen Jens Rung einen offenen Kampf. Nach seiner schweren Schulterverletzung hat er zwar noch nicht wieder ganz die Form des Vorjahres erreicht. Mit einem Rundegewinn hielt er aber mit einem 1:3 den Rückstand des ASV in Grenzen.

Auf der ganzen Linie überzeugen konnte Nicolai Ceban bei seinem Debüt im ASV-Trikot. Der EM-Dritte war gegen Oldrik Wagner, den deutschen Meister 2010, jederzeit Chef auf der Matte und imponierte bei seinem Überlegenheitssieg mit 14:0 Punkten und dem erhofften „Vierer“ für den ASV. Ähnlich stark trumpfte dann aber auf Seiten der RWG Saba Bolaghi, der derzeit erfolgreichste deutsche Freistilringer, auf. Florian Schwarz (66 kg) probierte zwar alles. Gegen die überragende Technik und Schnelligkeit seines Gegners reichte das aber nicht aus. In der 3. Runde allerdings hatte er sich glänzend eingestellt und hielt ein 1:1 ehe er wenige Sekunden vor Schluss doch noch eine Wertung und damit den „Vierer“ abgeben musste.

Nach dem 8:11 zur Pause hielt sich Sergios Solontkis (84 kg) gegen Jim Petterson beim 1:3 sehr gut. Der schwedische Meister, der mit einem Siegverhältnis von 11:1 in der letzten Saison seine Klasse bewiesen hatte, ließ allerdings auch nicht mehr als einen Rundengewinn zu. Eine positive Vorstellung gab Edgaras Venckaitis in der Klasse bis 66 kg. Der Litauer holte beim 3:0 gegen den für Großbritannien startenden Myroslav Dykun einen nicht unbedingt zu erwartenden Sieg.

Marc Buschle und Peter Weisenberger, beide schon deutsche Meister in der Klasse bis 84 kg, kennen sich nun schon seit Jahren. In einem ganz engen Kampf holte Marc Buschle mit 4:3 zwar mehr Punkte, der Gast machte aber mit starker Kondition in den letzten drei Runden mit jeweils einem technischen Punkt den Rückstand von 2 Runden wett. Bei einem Stand von 14:17 hätte nun Ivan Deliverski (74 kg), der dritte Debütant auf Seiten des ASV, gegen Kahkaber Khubetzy gewinnen müssen, um doch noch eine Siegchance zu bewahren. Doch der für die Slowakei startende Welt- und Europameister von 2006 sicherte mit einem Punktsieg und dem 14:20 vorzeitig den Mannschaftssieg für die RWG.

Einen dennoch versöhnlichen Schlusspunkt für den ASV setzte aber Eduard Kratz (74 kg) mit einer sehr engagierten Leistung. Sein tschechischer Gegner Tomas Sobecky war bei der EM 2010 Fünfter geworden, doch „Ede“ demonstrierte mit einem sicheren Sieg, dass er auch dieses Jahr wieder ein Punktegarant für den ASV sein könnte.

Die Kämpfe im Einzelnen (der ASV zuerst genannt): 55 kg F: Ghenadie Tulbea – Ivan Djorev 3:1 (PS 1:0/0:1/3:0/4:0). – 120 kg G: Volker Hirt – Vladislav Metodiev 0:3 (PN 0:4/0:1/0:1). – 60 kg G: Baris Diksu – Jens Rung 1:3 (PN 0:4/0:1/1:0/0:1). – 96 kg F: Nicolai Ceban – Oldrik Wagner 4:0 (TÜ 4:0/3:0/7:0). – 66 kg F: Florian Schwarz – Saba Bolaghi 0.4 (TÜ 0:5/0:4/1:6). – 84 kg G: Sergios Solontkis – Jim Petterson 1:3 (PN 1:0/0:3/0:1/0:1). – 66 kg G: Edgaras Venckaitis – Myroslav Dykun 3:0 (PS 1:0/1:0/1:0). – 84 kg F: Marc Buschle – Peter Weisenberger 2:3 (PN 2:0/1:0/1:1/0:1/0:1). – 74 kg F: Ivan Deliverski – Kahkaber Khubetzy 0:3 (PN 0:1/0:1/0:3). – 74 kg G. Eduard Kratz – Tomas Sobecky 3:0 (PS 3:0/1:0/1:0). Endstand 17:20. Kampfleiter Joachim Wioska (KSV Taisersdorf).

Katgeorien

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