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ASV Nendingen I - SVG Weingarten 18:19

Artikel vom 09.09.2012, Autor: Fritz Reichle, Views: 4877, Kommentare: 0

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Hängepartie: Schafft ASV Nendingen noch ein Unentschieden gegen den deutschen Meister?

Die Kämpfe des ASV Nendingen haben es in dieser Bundesligasaison offensichtlich in sich. Nach dem Zittersieg in Adelhausen am vorigen Samstag wurde nun auch der Kampf gegen den Deutschen Meister SVG Weingarten zu einem weiteren Krimi, der allerdings noch auf seine Auflösung wartet.

Der vorläufige Endstand von 18:19 für die Gäste kann nämlich durch einen Nachholkampf möglicherweise noch zugunsten des ASV verändert werden. Achmed Dudarov wurde vom DRB für die Junioren-WM nominiert und hat dabei an eben diesem Samstag in Thailand sensationell sogar die Silbermedaille für Deutschland geholt. Der DRB genehmigte deswegen für Dudarov einen Nachholkampf, der in den nächsten drei Wochen auszutragen ist. Sein Kampf in der Klasse bis 84 kg ist vorläufig mit 0:4 für Weingarten gewertet. Falls Dudarov gegen den favorisierten SVG-Ringer Gheorghita dann nur mit 0:3 Punkten verlieren sollte, hätte Nendingen mit einem 18:18 eine für den ASV ganz wichtige Punkteteilung erreicht.

Doch auch ohne diesen Spannungsbogen zehrte der Kampf in der mit 950 Zuschauern gut gefüllten Mühlauhalle an den Nerven. Der ASV ging nach vier Siegen in den ersten vier Kämpfen klar mit 12:1 in Führung. Doch den Insidern war klar, dass damit noch keine Vorentscheidung getroffen war. Und in der Tat drehte der Gast danach mächtig auf und hat damit vorläufig mal die Nase vorn.

Beide Trainer hatten wie erwartet im Vorfeld kräftig taktiert und ihre Mannschaft entscheidend umgebaut. Volker Hirt war für den ASV mit seinem Plan zufrieden: „Unsere Rechnung ist im Wesentlichen aufgegangen. Weingarten musste seine stärkste Formation gegen uns bringen und so haben wir tolle und dramatische Kämpfe gesehen.“

Der international erfahrene und souverän auftretende Kampfleiter Claudio Bibbo (Furtwangen) hatte allerdings bei den harten und engen Kämpfen kein leichtes Amt. Auf beiden Seiten wogten zeitweise die Emotionen sehr hoch und viele ASV-Fans waren mit manchen Entscheidungen nicht einverstanden.

In der ersten Kampfhälfte dominierte der ASV eindeutig. Überraschend klar beherrschte Ghenadie Tulbea (55 kg F) den mehrfachen Deutschen Meister Marcel Ewald, dem er in der letzten Saison noch unglücklich unterlegen war. Sehr konzentriert ringend ließ er dem Gast mit 8:0 technischen Punkten keinerlei Chance. Äußerst zäh war dagegen der Kampf der Schwergewichtler. Mindaugas Mizgaitis dominierte nur gewichtsmäßig und Oliver Hassler war mit 18 Kilogramm weniger für die Gäste nur auf Schadensbegrenzung aus, was ihm letztlich mit der Wertung von nur 1:0 für Nendingen auch gelang.

Sehr viel lebhafter zeigten sich die beiden Ringer in der Klasse bis 60 kg G. Der ASV bot den Olympiastarter Aleksandar Kostadinov auf, gegen den Benjamin Hofmann einen engagierten Kampf lieferte. Obwohl sich der ASV-Ringer deutlich überlegen zeigte, leistete er sich in der 1. Runde bei einem verkehrten Ausheber eine kleine Unachtsamkeit, die der Gast mit einem Konter zum überraschenden Rundengewinn nutzte. Danach aber demonstrierte „Kosta“ mit tollen Aktionen seine Überlegenheit, die dem ASV eine 4:1 Wertung einbrachte.

Einen weiteren Überlegenheitssieg für den ASV holte Nicolai Ceban (96 kg F), der gegen Gabriel Seregelyi mit insgesamt 13:0 technischen Punkten brillierte. Beim Stand von 12:1 machte dann der Olympionike Anatoli Guidea (66 kg F) erstmals für die Gäste Boden gut. Der deutsche Meister Samet Dülger lieferte wieder einen guten und engagierten Kampf, doch der Gast verkürzte clever mit einem knappen Punktsieg auf den Pausenstand von 12:4 für den ASV.

Wenig Glück hatte nach der Pause Nenad Zugaj (84 kg G) gegen den ukrainischen EM-Dritten Zhan Belenyuk. Die 1. Runde konnte er noch für sich entscheiden, dann aber erlitt er in der 2. Runde bei einer spektakulären Aktion seines Gegners eine sehr schmerzhafte Rippenprellung, die ihm sichtlich zu schaffen machte. So konnte er sich nicht wie gewohnt in Szene setzen und unterlag mit 1:3 Runden. Auch Benjamin Raiser (66 kg G) musste die Überlegenheit der „Kampfmaschine“ Ionut Panait anerkennen, so dass die Gäste nach dem vorläufigen kampflosen Sieg von Stefan Gheorghita (84 kg F) plötzlich mit 14:13 in Führung lagen.

Mit einem klaren Sieg hätte der erstmals für den ASV ringende Saba Khubezhty (74 kg F) die Siegchancen für Nendingen doch noch konkretisieren können. Das schien gegen den starken EM-Fünften Soener Demirtas nach zwei gewonnenen Runden und einer Führung von 2:0 im 3. Durchgang durchaus möglich. Doch dann schien „Saba“ etwas übermotiviert, riskierte wohl zu viel und gab beim Sieg mit 3:2 trotz guter Leistung zwei Runden ab, was den Gästen wieder die Siegchancen vergrößerte.

Beim vorläufigen Stand von 16:16 versuchte Eduard Kratz (74 kg G) bei seinem Debüt nach langer Verletzungspause Alles, um die Entscheidung für seine Mannschaft zu erzwingen. Fantastisch unterstützt vom ASV-Anhang gewann er gegen den bulgarischen Meister Illian Georgiev sogar tatsächlich zwei Runden, doch dann wollte ihm in der Oberlage im Bodenkampf auch in der 5. Runde keine Wertung gelingen. So gewann Georgiev mit 3:2 und die Gäste konnten ihren vorläufigen Sieg mit 19:18 Punkten feiern.

Die Kämpfe im Einzelnen (Nendingen zuerst genannt): 55 kg F: Ghenadie Tulbea – Marcel Ewald 3:0 (PS 2:0/4:0/2:0). – 120 kg G: Mindaugas Mizgaitis – Oliver Hassler 1:0 /PS 1:0/1:0/1:0). – 60 kg G: Aleksandar Kostadinov – Benjamin Hofmann 4:1 (TÜ 3:3/4:0/5:0/2:0). – 96 kg F: Nicolai Ceban – Gabriel Seregelyi 4:0 (TÜ 5:0/1:0/7:0). – 66 kg F: Samet Dülger – Anatoli Guidea 0:3 (PS 0:2/1:1/0:2). – 84 kg G: Nenad Zugaj – Zhan Belenyuk 1:3 (PS 2:0/0:4/0:1/0:1). – 66 kg G: Benjamin Raiser – Ionut Panait 0:3 (PS 0:1/0:1/0:6). – 84 kg F: Achmed Dudarov – Stefan Gheorghita vorläufig 0:4 (Nachholkampf folgt). – 74 kg F: Saba Khubezhty – Soener Demirtas 3:2 (PS 2:1/3:2/2:4/0:2/3:1). – 74 kg G: Eduard Kratz – Illian Georgiev 2:3 (PS 1:0/0:1/0:1/1:1/0:1). Vorläufiger Endstand: 18:19

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