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ASV I - TuS Adelhausen 17:13

Artikel vom 29.10.2013, Autor: Fritz Reichle, Views: 4077, Kommentare: 0

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Benjamin Raiser wird zum Matchwinner für den ASV Nendingen

Der Spitzenkampf der 1. Bundesliga Süd zwischen dem ASV Nendingen und dem TuS Adelhausen hat am Samstag in der voll besetzten Mühlauhalle alle Erwartungen erfüllt. 1220 Zuschauer erlebten einen höchst spannenden Ringerabend, begeisternde Kämpfe und einen verdienten Sieg des ASV mit 17:13. Zum Matchwinner für Nendingen wurde Benjamin Raiser, der trotz beruflich bedingtem Trainingsrückstand in einem dramatischen Kampf überraschend gegen Florian Hassler mit einem knappen Punktsieg die Weichen für den Sieg des ASV stellte.
 
Dabei war die Ausgangssituation der Nendinger alles andere als optimal. Mit Samet Dülger und Ergün Aydin fehlten nach wie vor zwei verletzte deutsche Stammringer. So musste Trainer Volker Hirt sogar Jugendtrainer Dominik Hipp, der im letzten Jahr seinen Abschied von der Matte erklärt hatte, zum Einsatz in der Bundesliga überreden. Als am Samstag die clevere Mannschaftsaufstellung der Gäste bekannt wurde, war Volker Hirt denn auch alles andere als optimistisch: „Das reicht heute wohl nicht.“
Doch einige seiner Ringer wuchsen an diesem Abend über sich hinaus. Die schnellen Vier-Punkte-Siege von Ghenadie Tulbea und Roman Amoyan brachten in der Anfangsphase mit ihren Turbo-Auftritten die nötige Stimmung in die Halle. Und dann entschieden die ASV-Ringer von sechs engen Schlüsselkämpfen vier für sich. Vor allem die Siege von Benjamin Raiser und Andrei Perpelita ebneten hier den Weg zum Erfolg. Als dann auch Balasz Kiss und Nenad Zugaj die von ihnen erhofften Siege einfuhren, war zum Abschluss der Vorrunde der siebte Sieg in Folge und die „Herbstmeisterschaft“ des ASV perfekt.
 
Ghenadie Tulbea (55 kg F) legte mit einem souverän schon in den ersten drei Minuten herausgerungenen Überlegenheitssieg gegen Marc Luithle einmal mehr den Grundstein für den Erfolg des ASV. Der ganz entschlossen ringende WM-Dritte Balasz Kiss (120 kg G) hatte mit Alin Alexuc-Ciuraiu ebenfalls einen WM-Starter gegen sich. Der Gast war allerdings nur defensiv eingestellt und kassierte nach einer Ermahnung in der Wahrnehmung des Publikums noch drei Verwarnungen, was zu seiner Disqualifikation und einem 4:0 Sieg für „Balu“ gereicht hätte. Doch der insgesamt gut leitende Kampfrichter Uwe Steuler (Koblenz) nahm am Ende eine der Verwarnungen zurück, so dass sich Nendingen mit 2:0 Mannschaftspunkten begnügen musste.
Eine absolute Weltklasseleistung bot Roman Amoyan (60 kg G) gegen den Deutschen Meister Ceyhun Zaidov. Schon nach zwei Minuten hatte er seinen Gegner mit 11:0 Punkten in überragender Manier deklassiert. Sehr viel enger her ging es dann in der Klasse bis 96 kg F, wo sich mit Nicolai Ceban und Yuri Belonowski die beiden bisher ungeschlagenen Ringer dieser Klasse gegenüber standen. In einem ganz engen Kampf setzte sich hier der etwas agilere Gast durch, so dass Adelhausen zu den ersten zwei Punkten kam.
Den nächsten Schlüsselkampf aber konnte der ASV mit Andrei Perpelita (66 kg F) für sich entscheiden. Der WM-Elfte hatte hier mit dem WM-Neunten Ivan Guidea einen genauso brillanten Freistiltechniker gegen sich. Nicht nur die Experten unter den Zuschauern waren über diesen ständig hin und her wogenden Spitzenkampf begeistert. Unter dem Jubel der ASV-Anhänger setzte sich letztlich Perpelita mit 7:5 durch und brachte Nendingen so mit einer beruhigenden Führung von 12:3 in die Pause.
 
Nenad Zugaj (84 kg G) tat sich dann aber mit dem immer noch erstaunlich starken Konstantin Schneider, dem WM-Dritten von 2005, etwas schwer. Nach zähem Kampf ohne Wertungspunkte musste sich der ASV-Ringer mit einem 1:0 Sieg nach Kampfrichterentscheid zufrieden geben. Für die Vorentscheidung für Nendingen sorgte dann aber unerwartet Benjamin Raiser (66 kg G). Wegen seines Trainingsrückstands galt er gegen Florian Hassler eigentlich als Außenseiter. Doch „Benji“ wuchs einmal mehr über sich hinaus und baute mit einem hart erkämpften Punktsieg die Nendinger Führung auf 15:4 aus.
 
Da konnten dann auch die Niederlagen in den letzten drei Kämpfen nichts mehr am Nendinger Sieg ändern. Achmed Dudarov (84 kg F) unterlag mit 1:3 gegen Krystian Brzozowski. Dominik Hipp (74 kg F) musste sich erwartungsgemäß gegen den EM-Dritten Gergö Wöller vorzeitig geschlagen geben. Und zum Schluss lieferten sich Frank Stäbler, WM-Dritter der Klasse bis 66 kg, und Bozo Starcevic, EM-Dritter der Klasse bis 74 kg, den erwartet engen Kampf auf hohem Niveau. Der Gast setzte sich hier etwas glücklich mit 3:2 Wertungspunkten durch, so dass die starke Adelhauser Mannschaft die Niederlage in engen Grenzen halten konnte.
 
Die Kämpfe im Einzelnen (Nendingen zuerst genannt): 55 kg F: Ghenadie Tulbea – Marc Luithle 4:0 (TÜ 12:0). – 120 kg G: Balasz Kiss – Alin Alexuc-Ciuraiu 2:0 (PS 4:0). 60 kg G: Roman Amoyan – Ceyhun Zaidov 4:0 (TÜ 11:0). – 96 kg F: Nicolai Ceban – Yuri Belonowski 0:2 (PS 0:2). – 66 kg F: Andrei Perpelita – Ivan Guidea 2:1 (PS 7:5). – 84 kg G: Nenad Zugaj – Konstantin Schneider 1:0 (PE 0:0). – 66 kg G: Benjamin Raiser – Florian Hassler 2:1 (PS 3:1). – 84 kg F: Achmed Dudarov – Krystian Brzozowski 1:3 (PS 1:10). – 74 kg F: Dominik Hipp – Gergö Wöller 0:4 (TÜ 3:15). – 74 kg G: Frank Stäbler – Bozo Starcevic1:2 (PS 2:3). Endstand: 17:13

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