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Mattensplitter zum Halbfinale

Artikel vom 06.01.2013, Autor: Fritz Reichle, Views: 5230, Kommentare: 0

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Grandioses Event in der Arena begeistert ein großes Publikum

Das neue Jahr ist zwar noch jung, aber es ist schwer vorstellbar, dass ein so grandioses Sportereignis wie das Halbfinale am Samstag in der Arena Geisingen in diesem Jahr 2013 im Kreis Tuttlingen noch getoppt werden kann. Es sei denn, dass der ASV Nendingen tatsächlich das Finale erreichen sollte und dann am 19. Januar ein noch größeres Ereignis anstehen würde.

Auch Baris Baglan, der Trainer des ASV Mainz, hielt sich bei der Pressekonferenz nach dem tollen Kampf mit seinem Lob nicht zurück: „Ich liebe eine solche Atmosphäre. Die Verantwortlichen des ASV Nendingen haben wirklich alles getan, um einen würdigen Rahmen für dieses Halbfinale um die deutsche Meisterschaft zu schaffen.“ Kein Wunder, dass auch die politische Prominenz versammelt war. Im Namen auch von Landrat Stefan Bär und vom Tuttlinger OB Michael Beck begrüßte Walter Hengstler als Bürgermeister von Geisingen mit großem Stolz fast 3 000 Zuschauer aus nah und fern.

Wie groß das Interesse an diesem Ereignis in der Region war, zeigt eine kleine Anekdote. Christof Kaltenbach, der Sportredakteur des „Südkurier“ aus dem Schwarzwald kam direkt vom Ski-Weltcup in Schonach in die Arena. Kurz vor seiner Abreise hatte er noch mit dem Bürgermeister von Schonach gesprochen. Und der hatte ihm sein großes Bedauern ausgedrückt, dass er selber wegen seiner Verpflichtungen im Weltcup leider nicht zu diesem Ringsportereignis kommen könne

Auch viele aktuelle und ehemalige Sportgrößen ließen sich diesen Kampf in der Arena nicht entgehen. Die Damenvolleyballmannschaft von Villingen aus der 3. Liga war genauso präsent wie beispielsweise Karl Dodrimont aus Baienfurt, der als sechsfacher Deutscher Meister 1965 bei der WM den 3. Platz belegt hatte. Der ehemalige Präsident des DRB, Helmut Pauli, zählt inzwischen ja schon zu den Stammgästen des ASV. Von der jetzigen Führung des DRB war unter anderem Vizepräsident Günter Maienschein vertreten.

Für viele Zuschauer, vor allem aber für die Ringer selbst, wird dieser Abend noch lange in Erinnerung bleiben. Einer wird ihn aber mit Sicherheit gar nie vergessen. Nenad Zugaj nämlich hatte gleich dreifachen Grund zur Freude. Er feierte einen Sieg in seinem Kampf und konnte mit seinen Kollegen über den Mannschaftserfolg des ASV jubeln. Wenige Stunden vor dem Kampf hatte er aber auch erfahren, dass er erstmals Vater geworden war. Nur zu gerne wäre er bei der Geburt dabei gewesen, doch bei seiner Abreise nach Nendingen war noch nicht abzusehen, dass es der kleine Jakov so eilig hatte auf die Welt zu kommen.

ASV-Trainer Volker Hirt hätte natürlich gerne ein größeres Punktepolster mit nach Mainz genommen. „Wir haben daheim leider den einen oder anderen Punkt liegen lassen. Aber in Mainz werden die Karten neu gemischt und da haben wir durchaus noch die Chance unseren Traum vom Finale zu verwirklichen.“ Besonders unglücklich waren am Samstag beispielsweise die Rundenverluste beim Kampf von Ghenadie Tulbea. Zwei Runden verlor er trotz Punktgleichstand von 5:5, da sein Gegner jeweils eine Dreierwertung erzielt hatte. So sammelte Tulbea zwar in einem tollen Kampf insgesamt nicht weniger als 18 Wertungspunkte, unterlag aber doch mit 1:3 Runden.

Wenn man ein erstes Fazit zieht, muss man aber dennoch konstatieren, dass der ASV schon jetzt unglaublich viel erreicht hat. Er hat den ersten Kampf im Halbfinale gewonnen und das Ziel vom Erreichen des Finales ist immer noch greifbar. Genauso zählt aber auch, dass es dem ASV Nendingen mit der Präsentation der Finalkämpfe gelungen ist, eine ganze Region für den Ringkampfsport zu euphorisieren. Mit dazu beigetragen haben sicher auch die Musikkapelle Nendingen und die Guggenmusiker aus Eigeltingen sowie „DJ“ Karl Greiner für die musikalische Untermalung dieser Veranstaltung.

Für die beiden Trainer Volker Hirt und Baris Baglan aber hat dieser erste Kampf zwischen den beiden Teams eine große Denksportaufgabe gestellt. Welche Schlüsse muss ich jetzt ziehen? Wie kann ich meine Mannschaft am nächsten Samstag optimal aufstellen? Beide Vereine haben ja noch einige Ringer im Kader, die auf einen Einsatz brennen.

Von den Siegern unter den Nendinger Ringern muss man vielleicht Samet Dülger und Eduard Kratz besonders hervorheben. Samet Dülger leitete mit seinem begeisternden Sieg gegen George Bucur beim Stand von 3:10 die Wende für Nendingen ein. Und Routinier „Edi“ Kratz avancierte zum umjubelten Matchwinner, als er im letzten Kampf den entscheidenden Sieg zum knappen Mannschaftserfolg beisteuerte. Überhaupt war bemerkenswert, dass drei der vier deutschen Ringer des ASV Nendingen ihre Kämpfe gewannen, was auf der Mainzer Seite nur William Harth gelang.

Der in den Finalkämpfen mögliche Videobeweis hat sich im Kampf gegen Mainz als stumpfe Waffe erwiesen. Mehrfach wurde diese Möglichkeit, eine Kampfrichterentscheidung anzufechten, von beiden Mannschaften in Anspruch genommen. In keinem Fall hat das Kampfgericht aber seine Entscheidung revidiert.

Katgeorien

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