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Mattensplitter 2010/11

Artikel vom 02.11.2010, Autor: Fritz Reichle, Views: 6423, Kommentare: 0

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Träume gehen bekanntlich nur selten in Erfüllung. Dennoch sind sich Psychologen einig, dass es wichtig ist, Träume zu haben und sich Ziele zu setzen. Der ASV Nendingen kann in dieser Saison sein erklärtes Traumziel eines Endrundenplatzes offenkundig nicht mehr erreichen. Der Verein, die Ringer und ihr Trainer Volker Hirt können dennoch hoch erhobenen Hauptes in die nächsten Kämpfe gehen. Sie haben in den bisherigen 12 Kämpfen großen Sport geboten. Sie haben für manche positive Überraschung gesorgt. Und sie haben sich in dieser Saison den großen Respekt aller Spitzenmannschaften errungen. Das war allein schon an der Qualität der Aufstellung auch der großen Mannschaften deutlich, die gegen den ASV Nendingen jeweils eine starke Formation aufboten, um kein zu großes Risiko einzugehen. Und so kam die Region in den Genuss großen Ringkampfsportes, auch wenn manche Niederlage natürlich nicht so leicht zu verkraften war.

Ein kleiner Trost für den ASV ist es sicher, dass in diesem Jahr der Kampf um die Endrundenplätze in der 1. Bundesliga West härter war als je zuvor. Und auch, dass die Qualität der Mannschaften hier enorm hoch ist. Experten sind sich einig, dass Nendingen zum Beispiel in der 1. Bundesliga Ost wohl ohne große Probleme zumindest Platz vier hätte erreichen können, der im Augenblick vom SV Johannes Nürnberg gehalten wird. Das Beispiel von Sandor Tözser verdeutlicht den Klasseunterschied zwischen West und Ost. Sandor Tözser war im letzten Jahr für den ASV Hof in der 1. Bundesliga Ost mit 12:0 Siegen ungeschlagen. In der Westgruppe hat er bisher für den ASV Nendingen trotz seines guten Könnens und trotz großen Einsatzes gegen sehr viel stärkere Konkurrenz eine Bilanz von 3:8 aufzuweisen.

Wie hoch das Niveau der Kämpfe schon jetzt in der Gruppenphase ist, zeigt auch das Beispiel des KSV Aalen. Anders als im Vorjahr, als ihre großen ausländischen Stars erst in der Endrunde eingeflogen wurden, mussten sie nach ihrem Aufstellungsfehler bei Bonn-Duisdorf schon jetzt Asse wie den Vizeweltmeister Arsen Julfalakyan oder am letzten Wochenende auch noch die Ringerlegende David Musulbes einsetzen. Der Slowake genießt als Olympiasieger und achtfacher Welt- und Europameister geradezu Kult-Status und wird vielleicht auch am 13. November in der Mühlauhalle zu sehen sein, wenn der KSV Aalen zu Gast sein wird.

Eine wohl sehr seltene Aktion erlebten die staunenden Zuschauer am Samstag beim Kampf der Nendinger bei der RWG Mömbris-Königshofen. Der deutsche Meister Peter Weisenberger erhielt durch Kampfrichterentscheidung nach wertungsloser erster Runde im Zwiegriff die große Chance des Beinfassens gegen Marc Buschle. Dieser normalerweise ausschlaggebende Vorteil verpuffte, als Marc Buschle sich nicht nur lösen konnte, sondern seinerseits mit seinem Spezialgriff der Kopfzange seinen Gegner sogar schulterte. Der Kampfrichter Georg Goczol erkannte spontan auf Schultersieg, musste sich dann aber selbst korrigieren, da im Zwiegriff nur mit einer Punktwertung die betreffende Runde entschieden werden kann, nicht aber der ganze Kampf.

Der ASV Nendingen kann in dieser Saison nicht nur auf seine Bundesligamannschaft stolz sein. Die zweite Mannschaft steht als Aufsteiger in die Oberliga hier im Augenblick nur einen Punkt hinter dem TSV Ehningen und punktgleich mit zwei weiteren Mannschaften überraschend sogar auf Platz zwei und hat am nächsten Samstag die punktgleiche Mannschaft der KG Dewangen/Fachsenfeld in der Nendinger Sporthalle zum Spitzenkampf zu Gast. Und die dritte Mannschaft des ASV führt mit 20:0 Punkten die Tabelle der A-Klasse an und steht vor dem Aufstieg in die Bezirksklasse. Insgesamt 40 eingesetzte Ringer haben für den ASV zu diesen Erfolgen beigetragen.

Katgeorien

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