Blog

Mattensplitter 2010/13

Artikel vom 15.11.2010, Autor: Fritz Reichle, Views: 6379, Kommentare: 0

vorheriger Artikel / nächster Artikel

Oberbürgermeister Michael Beck scheint –zumindest was den Sport angeht- einen guten Riecher zu haben. Zum ersten Mal in dieser Saison besuchte er einen Bundesligakampf des ASV Nendingen. Und mit diesem Termin hatte er eine ausgesprochen gute Wahl getroffen, denn der Kampf gegen den KSV Aalen war sicherlich die bisher spektakulärste Veranstaltung dieser Saison in der Mühlauhalle. Ein Gästebucheintrag auf der Homepage des ASV brachte dies auf den Punkt: „Superstimmung! Superkampf! Supersieg!“ Von Anfang an herrschte in der Mühlauhalle eine tolle Atmosphäre, die umso besser wurde, je deutlicher sich ein möglicher Sensationssieg des ASV abzeichnete. Über 1 000 Zuschauer konnten begeistert nach Hause gehen, sieht man mal von den vereinzelten Schlachtenbummlern des KSV Aalen ab, die offensichtlich weniger erfreut waren. Und sie hatten auch eine Premiere erlebt. Denn vermutlich erstmals waren die beiden Bundesligamannschaften von einem Oberbürgermeister höchstpersönlich auf der Matte vorgestellt worden.

Wenn die „Ostalb-Bären“ in Bestbesetzung erschienen wären, hätte der ASV sicher keine Siegchance gehabt. So aber profitierte man indirekt von der ausgeglichenen Kampfstärke der 1. Bundesliga West. Schon vor dem Kampf hatten die Aalener geklagt, dass sie anders als die Spitzenvereine im Osten schon in der Gruppenphase teure Ringer aus dem Ausland einfliegen müssten, um sich überhaupt für die Endrunde zu qualifizieren. Das aber könne man sich finanziell kaum erlauben. Wohl auch deswegen glaubte man dann, gegen Nendingen auf einige Stars aus Sparsamkeitsgründen verzichten zu müssen. Dass sich das aber auch ein deutscher Meister gegen den ASV Nendingen nicht erlauben kann, konnte man am Samstag sehen.

Der ASV Nendingen seinerseits kann natürlich in der Bundesliga auch nicht auf ausländische Stars verzichten. Aber in der gegen den KSV Aalen siegreichen Mannschaft standen immerhin sechs Ringer, die entweder schon in der Jugend beim ASV rangen oder seit geraumer Zeit ihren Wohnsitz in Nendingen gefunden haben. Und auch einige der Zugänge, wie zum Beispiel Ghenadie Tulbea, Eduard Kratz oder Adrian Ozsda, werden ja schon von vielen Zuschauern fast als „Eigene“ angesehen.

Unter Experten setzte nach dem Sieg am Samstag ein Rätselraten ein, wann denn der KSV Aalen letztmals gegen eine württembergische Mannschaft verloren habe. Und keiner konnte sich an einen solchen Fall in den letzten 20 Jahren erinnern. Hallensprecher Edwin Hamma spielte dann während des Kampfes gegen Musberg auf diese württembergische Rivalität an, als er ironisch meinte: “Der KSV Aalen mag ja deutscher Meister sein, aber nach dem 15:17 in Aalen und dem 19:16 gestern können wir uns eigentlich württembergischer Meister nennen.“

Dass Ringer harte Burschen sind, weiß man ja. Aber an diesem Wochenende war schon bemerkenswert, wie Ghenadie Tulbea und Florin Gavrila ihre schweren Verletzungen der Vorwoche weggesteckt haben. Dass beide schon wieder auf der Matte standen, war alles andere als selbstverständlich und Florin Gavrila war ja im Kampf gegen Aalen auch noch geschont worden. Beiden merkte man auch noch eine gewisse Gehemmtheit und Vorsicht an, aber beide holten für den ASV jeweils Vier-Punkte-Siege.

Katgeorien

Dieser Beitrag ist folgenden Kategorien zugeordnet:
Mattensplitter (32)

Weitere Artikel im 2010

Kommentare

keine Kommentare vorhanden!

Permalink / Trackback:

http://www.marc-buschle.de/k4cms/de/blog/37,146.html

vorheriger Artikel / nächster Artikel