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Mattensplitter 13/1

Artikel vom 01.09.2013, Autor: Fritz Reichle, Views: 5126, Kommentare: 0

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Mattensplitter 13/1

Vom Ergebnis und vom Auftreten der Nendinger Mannschaft her war der Saisonauftakt der Nendinger Ringer am Samstag rundum gelungen. Auch die Stimmung in der Mühlauhalle und die Unterstützung der Fans waren schon wieder absolut endrundenreif. Nur der Auftritt der Gäste aus Burghausen war zumindest problematisch. Von den in ihrem Vorbericht angekündigten Ringern waren nur wenige auf der Matte. Etwa die Hälfte der Gästemannschaft ließ gutes Bundesliganiveau vermissen.

Auch DRB-Vizepräsident Günter Maienschein war von dieser Aufstellung wenig begeistert: „Das ist eigentlich nicht hinnehmbar.“ Auch die Tatsache, dass durch die Freistellung einiger deutscher WM-Teilnehmer einige Kämpfe ausfallen und eventuell nachgeholt werden müssen, stört eigentlich einen wünschenswerten Saisonstart. So führt Triberg vorläufig überraschend mit 15:13 gegen SVG Weingarten. Zwei Kämpfe müssen aber erst noch nachgeholt werden. Daher gibt es jetzt schon Überlegungen, in Zukunft die Mannschaftsrunde auf die Zeit nach der WM zu verschieben, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Das allerdings würde bedeuten, dass entweder einige Doppelkampftage eingeführt werden müssen oder die Runde bis ins Frühjahr hinein verlängert würde.

Sehr merkwürdig mutete es allerdings an, dass der SV Wacker Burghausen erst am Samstagmorgen seine Aufstellungsprobleme telefonisch bekundete und sogar Absagepläne hatte. Das war natürlich sowohl für den ASV Nendingen als auch für den DRB völlig inakzeptabel. Auch sonst zeigten sich die Bayern wenig zimperlich. Eine Erläuterung der neuen Regeln durch den Nendinger Pressewart übernahm Burghausen wortwörtlich auf seiner Homepage, allerdings wurde hier der Pressewart des SV Wacker als Autor genannt. Plagiator Guttenberg schein also in Bayern Schule zu machen.

Ein Ringer des ASV Nendingen verdient es trotz seiner Niederlage besonders herausgehoben zu werden. Da Dawid Ersetic wegen der WM-Vorbereitung von seinem Verband nicht freigegeben wurde, kochte Baris Diksu über sechs Kilogramm Gewicht ab, um für den ASV in der Klasse bis 60 kg antreten zu können. Wenn man dann noch weiß, dass Baris und seine Frau daheim zwei kleine Zwillingsbabys haben, die den Eltern keine richtige Nachtruhe gönnen, dann kann man das nervtötende Gewichtmachen des bewährten ASV-Ringers nicht hoch genug einschätzen.

Beim ASV freute man sich am Samstag auch über Besucher aus dem hohen Norden Europas. Jorma Manninen, mehrfacher Seniorenweltmeister über 100 Meter, hatte einen Besuch bei seinem langjährigen Konkurrenten und guten Freund Fritz Reichle extra so gelegt, dass er diesen ersten Heimkampf des ASV selber mit seiner Frau Sirkka erleben konnte. Nachdem er sonst in Finnland die Erfolge des ASV nur übers Internet verfolgen kann, war er am Samstag tief beeindruckt von der Atmosphäre und den schönen Kämpfen in der Mühlauhalle.

Natürlich ist es nach dem ersten Kampftag zu früh, ein Urteil über die Regeländerungen zu fällen. Die Kämpfe im griechisch-römischen Stil scheinen tatsächlich an Dynamik zu gewinnen. Allerdings müssen sich Ringer, Zuschauer, aber auch die Kampfrichter, noch erst allmählich an das neue und doch recht komplizierte Regelwerk gewöhnen. Vieles scheint mit heißer Nadel gestrickt zu sein und muss den Praxistest erst noch bestehen. Und so mancher Kampfrichter hat heute schon Bauchweh, wenn er an seinen ersten Einsatz in der Saison denkt.

Katgeorien

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