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Mattensplitter 13/2

Artikel vom 02.10.2013, Autor: Fritz Reichle, Views: 4324, Kommentare: 0

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Mattensplitter 13/2

Alle schwärmen von einem „genialen“ Ringerfest

Marc Buschle hat in seiner langen Ringerkarriere ja schon viel erlebt. Nach dem Großkampftag am Samstag in der Mühlauhalle fielen ihm nach dem Sieg gegen den SVG Weingarten aber spontan nur zwei Begriffe zur Beschreibung seiner Eindrücke ein: „Sensationell und einfach genial“. Damit meinte er nicht nur den ASV-Sieg gegen den bisher von ihm noch nie bezwungenen Gegner, sondern auch die Atmosphäre und Stimmung in der vollbesetzten Halle. An diesem Abend passte eben einfach alles zusammen. Weltklassesportler, tolle Kämpfe auf höchstem Niveau, bis zum Schluss anhaltende Spannung mit einem Heimsieg am Ende und dazu ein Publikum, das begeistert die Kämpfer auf der Matte anfeuerte. Auch DRB-Vizepräsident Günter Maienschein war enorm beeindruckt von diesem Ringerfest. „Und außerdem freut es mich natürlich als Präsident des württembergischen Verbandes, dass dem ASV ein Sieg gegen den stärksten badischen Verein gelungen ist.“

Auch die Fangruppe aus Weingarten trug mit zur guten Stimmung bei. Sie lieferte den ASV-Anhängern einen fairen Wettstreit in der Unterstützung der eigenen Mannschaft. Und auch als die Niederlage des SVG feststand, nahmen ihre Gesänge und Sprechchöre noch kein Ende. Kein Wunder, dass die Ringer diese Atmosphäre sichtlich genossen. Vor allem Nenad Zugaj und Balazs Kiss lieben sichtlich diesen dichten Kontakt mit den Zuschauern und es ist bemerkenswert, wie beispielsweise die Zugaj-Brüder auf ihrer Homepage begeistert jeweils ihre Erlebnisse beim ASV Nendingen schildern.

Und für Balazs Kiss brachte dieser Abend natürlich noch eine besondere Ehrung. Vor dem Kampf überreichten ihm ASV-Vorsitzender Werner Marquardt und Trainer Volker Hirt einen Geschenkkorb zur Würdigung seiner WM-Bronzemedaille. „Balu“ genoss nicht nur diese Ehrung, sondern war den ganzen Abend schon in Feierlaune. „Ich habe jetzt drei nicht so erfolgreiche Jahre mit einigen Verletzungen hinter mir. Und jetzt freue ich mich einfach riesig, dass es nicht nur bei der WM in meiner Heimatstadt Budapest sondern auch hier beim ASV wieder richtig gut läuft.

Einige Zuschauer waren überrascht, als mit Tim Baur ein 15-jähriger Ringer in der ersten Mannschaft des ASV auftauchte. Der deutsche Jugendvizemeister zählt seit dieser Saison als großes Talent zum Bundesligakader der Nendinger. Dass er jetzt schon zu seinem ersten Einsatz in der Bundesliga kam, hängt damit zusammen, dass an diesem Samstag mit Samet Dülger und Achmed Dudarov ausgerechnet zwei deutsche Ringer auf der Verletztenliste standen. Beide waren für diesen Kampf fest eingeplant. Um die Deutschquote dennoch zu erfüllen, musste ein U23-Ringer eingesetzt werden. Und Tim Baur füllte diese Rolle gerne aus, auch wenn natürlich auch ihm klar war, dass er gegen einen Klassemann wie Anatoli Guidea noch ohne Chance war.

Nach dem dritten Kampftag der Bundesliga kann man sicher schon ein erstes Fazit über die Änderungen im Regelwerk ziehen. Ohne Frage sind die Kämpfe im griechisch-römischen Stil durch die verschärften Passivitätsregeln deutlich dynamischer und attraktiver geworden. Obwohl durchaus noch Verbesserungen möglich oder nötig sind und obwohl die Rolle des Mattenleiters sicherlich anspruchsvoller geworden ist, war Kampfrichter Uwe Manz (TuS Bönen) am Samstag sehr zuversichtlich: „Die Reformen haben sich jetzt schon bewährt und die Zuschauer profitieren doch eindeutig von der gestiegenen Attraktivität der Kämpfe.“

An diesem Samstag, 5. Oktober, können sich die Ringsportfreunde schon auf den nächsten interessanten Kampf in der Mühlauhalle freuen. Mit dem SV Triberg kommt nämlich eine Mannschaft, die schon am ersten Kampftag gegen den SVG Weingarten gezeigt hat, dass sie auch in dieser Saison wieder in die Endrunde einziehen kann und die „Großen“ ärgern will. Bei zwei noch ausstehenden Nachholkämpfen liegen sie gegen Weingarten noch mit 15:13 in Führung. Ein Sieg erscheint also durchaus möglich. Und auch gegen Nendingen fühlen sich die selbstbewussten Schwarzwälder ganz und gar nicht als chancenlose Außenseiter.

Katgeorien

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