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Mattensplitter 13/4

Artikel vom 29.10.2013, Autor: Fritz Reichle, Views: 4320, Kommentare: 0

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Mattensplitter 4

Trotz Problemen wird der ASV Nendingen „Herbstmeister“

Es ist schon erstaunlich, wie der ASV Nendingen trotz aller Verletzungsprobleme bisher ungeschlagen durch die Vorrunde marschiert ist und erstmals die „Herbstmeisterschaft“ in der 1. Bundesliga Süd erreicht hat. Da stehen beispielsweise mit Samet Dülger und Ergün Aydin über Wochen hinweg ausgerechnet zwei deutsche Stammringer nicht zur Verfügung. Und dennoch gelingt es Trainer Volker Hirt immer wieder mit verschiedenen Aufstellungsvarianten nicht nur die Deutschquote zu erfüllen, sondern auch sieben Siege in Serie zu erringen. Am letzten Samstag sprang nun als schon 23. ASV-Bundesligaringer der Saison der kurzfristig reaktivierte Dominik Hipp in die Bresche, obwohl er mit gesundheitlichen Problemen eigentlich im letzten Jahr seinen Rücktritt als aktiver Ringer erklärt hatte. Im Kampf mit dem Weltklasseringer Gergö Wöller, gegen den er sogar eine Dreierwertung erzielte, war er trotz guter Vorstellung ohne Siegchance, aber er leistete mit seinem Einsatz dem ASV dennoch gute Dienste.

Kein Wunder, dass Volker Hirt trotz aller Skepsis zuvor dann genauso wie der Großteil der 1220 Zuschauer restlos glücklich mit dem Sieg gegen die starke Adelhausener Mannschaft war. Nicht so glücklich aber dennoch nicht unzufrieden war der TuS-Trainer Thomas Weber. „Auch wir haben Verletzungsprobleme. Deswegen kommt diese Niederlage für mich nicht überraschend.“ Zwar war er enttäuscht von der Niederlage Florian Hasslers gegen Benjamin Raiser, umso erfreuter war er aber über die Leistungen beispielsweise von Yuri Belonowski und Konstantin Schneider. „Was die beiden bisher und auch heute gezeigt haben, ist einfach unglaublich. Der 38-jährige Konstantin Schneider hat sich gegen einen Klasseringer wie Nenad Zugaj hervorragend gehalten.“

Auf Nendinger Seite herrschte hingegen rundum Zufriedenheit über den überraschenden Erfolg von Benjamin Raiser. Da er seit dem Abschluss seiner Ausbildung im Frühjahr beruflich sehr stark bei einer großen Tuttlinger Firma der Medizintechnik eingebunden und oft im Ausland unterwegs ist, kam das Ringertraining in den letzten Monaten eindeutig zu kurz. Am Samstag aber bewies „Benji“ wieder einmal, über welch große Motivation und Kampfgeist er verfügt. Sein Durchhaltevermögen und sein Sieg war zum großen Teil eine Frage des Kopfes und des Willens.

Noch ein ASV-Ringer verdient es aber besonders hervorgehoben zu werden. Ghenadie Tulbea ist in seinem sechsten Jahr in Nendingen inzwischen zu einer fast unverzichtbaren Größe geworden. Man kann sich kaum vorstellen, dass er 2007 beim SVG Weingarten praktisch ausgemustert wurde. Beim ASV Nendingen fühlt er sich pudelwohl und dankt dies dem Verein und den Fans immer wieder mit konstant guten Leistungen. Fast nimmt man es schon als selbstverständlich hin, dass der ASV nach dem ersten Kampf mit 4:0 in Führung liegt. Und auch in dieser Saison führt er schon wieder die Bestenliste aller Ringer mit sieben Siegen und 26:1 Punkten an.

Frank Stäbler ist am Samstag zwar gegen einen Klasseringer wie den EM-Dritten Bozo Starcevic trotz guten Kampfes knapp an einem Sieg vorbeigeschrammt. Dennoch konnte er sich nicht nur von den heimischen Zuschauern feiern lassen. Von seinem Heimatverein TSV Musberg war eine Abordnung mit 17 Jugendringern in die Mühlauhalle gekommen. Sie alle waren von der Atmosphäre und den tollen Kämpfen dieses Abends begeistert und bejubelten „Fränky“ auch nach der knappen Niederlage stürmisch.

Nicht nur die Nendinger Bundesligamannschaft war am Samstag erfolgreich. Auch die zweite und dritte Mannschaft des ASV überzeugte mit deutlichen Siegen gegen die Mannschaften aus Taisersdorf. Einer war allerdings diesmal nur unter den Zuschauern. Louis Stumpe wurde als Stammringer der Zweiten in der Regionalliga diesmal geschont. Er hatte in den beiden letzten Kämpfen zunächst unerklärliche konditionelle Einbrüche, die aber offensichtlich auf eine nicht restlos auskurierte Erkältung zurückzuführen sind. Deshalb soll er nun eine Regenerationspause erhalten, die ihn zur alten Stärke zurückführen soll.

Vor dem Bundesligakampf am Samstag herrschte für einige Zeit vollkommene Stille in der Mühlauhalle. Mit einer Schweigeminute wurde des unlängst verstorbenen Reiner Schilling gedacht, der wie kein anderer als Ringer, Trainer und Vorsitzender die Geschichte des ASV Nendingen in den letzten 50 Jahren in hervorragender Manier geprägt hatte. Die Bundesligaringer gingen deswegen im Gedenken an diese große Persönlichkeit mit einem schwarzen Trauerband an ihren Trikots auf die Matte.

Katgeorien

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